Verein für Gartenbau und Landespflege Otting e.V.
Obstsortenempfehlung
Süß- und Sauerkirschen

Süßkirschen haben einen hohen Gesundheitswert, sie wirken herzstärkend und blutreinigend. Für gesundes Wachstum sind durchlässige, lehmhaltige Böden mit guter Durchlüftung wichtig. Fast alle Süßkirschen sind selbstunfruchtbar, sie sind also auf Fremdbefruchtung angewiesen. Nach den Früchten unterscheidet man Herzkirschen mit vorwiegend weichem Fleisch und Knorpelkirschen mit festem, knackigem Fleisch. Herzkirschen sind deutlich platzfester als Knorpelkirschen.

Süßkirschen
Burlat (Knorpelkirsche)

Reifezeit: 1. bis 2. Kirschenwoche
Fleisch: hellrot bis braunrot, saftig, gut steinlösend
Geschmack: süß, angenehm, leicht aromatisch
Verwendung: vielseitig verwendbare Knorpelkirsche
Hinweis: empfehlenswerte Frühkirsche, kaum anfällig für Kirschfruchtfliege

Johanna (Herzkirsche)

Reifezeit: 3. bis 4. Kirschenwoche
Fleisch: schwarzrot, mittelfest, saftig
Geschmack: gutes Aroma
Verwendung: Frischverzehr und Verarbeitung, Herzkirsche
Hinweis: empfehlenswerte Frühkirsche, robust, für Spindelerziehung geeignet

Hedelfinger Riesen (Knorpelkirsche)

Reifezeit: 4. bis 5. Kirschenwoche
Fleisch: fest, bräunlich-violett, mäßig saftig
Geschmack: süß-säuerlich, erfrischend, herzhaft
Verwendung: vielseitig verwendbare Knorpelkirsche
Hinweis: starkwüchsig, ertragreich, keine Spätfrostlagen

Kordia (Knorpelkirsche)

Reifezeit: Mitte Juli, 6. Kirschenwoche
Fleisch: violettbraun, fast schwarz, mäßig saftig, gut steinlösend
Geschmack: hervorragend
Verwendung: für Frischgenuss und Konserve
Hinweis: sehr empfehlenswerte Sorte für den Garten

Große schwarze Knorpelkirsche (Knorpelkirsche)

Reifezeit: 5. bis 6. Kirschenwoche
Fleisch: rotbraun bis schwarzrot, sehr fest, schlecht steinlösend
Geschmack: vollreif sehr süß, feinsäuerlich
Verwendung: altbewährte, wohlschmeckende Knorpelkirsche
Hinweis: starkwüchsig, ertragreich, keine Spätfrostlagen

Regina (Knorpelkirsche)

Reifezeit: 7. Kirschenwoche
Fleisch: dunkel rotbraun, hell, hart, mäßig saftig
Geschmack: nur bei Vollreife süß und aromatisch
Verwendung: für Frischgenuss und Konserve
Hinweis: sehr empfehlenswerte Sorte für den Garten, relativ platzfest

Sauerkirschen

Sauerkirschen haben geringere Standortansprüche als die Süßkirschen. Um eine ausreichende Neutriebbildung zu gewährleisten, muss jährlich eine regelmäßiger Schnitt vorgenommen werden. Bei den Sauerkirschen gibt es neben selbstunfruchtbaren Sorten auch selbstfruchtbare Sorten. Als Befruchter sind Schattenmorelle und andere, zur gleichen Zeit blühende Sauer- oder Süßkirschensorten geeignet. Ähnlich wie bei der Süßkirsche unterscheidet man anhand der Frucht Weichselkirschen mit färbendem Saft (Schattenmorelle) und Amarellen mit nichtfärbenden Saft (Ludwigs Frühe). Sauerkirschen werden vorwiegend verarbeitet. Sie eignen sich vorzüglich für Konserven, Kuchenbeläge, Marmeladen, Fruchtweine, Schnäpse und Säfte.

Ludwigs Frühe (Amarelle)

Reifezeit: 2.-3. Kirschenwoche
Fleisch: weich, farbloser Saft,
Geschmack: angenehm, süßsäuerlich
Verwendung: für Konserve und andere Verwertungsarten
Hinweis: empfehlenswerte Frühsorte, robust

Koröser Weichsel (Weichselkirsche)

Reifezeit: 5. bis 6. Kirschenwoche
Fleisch: blutrot, fest, groß, süß-säuerlich, mäßig saftig, gut steinlösend
Geschmack: süßsäuerlich, mild,
Verwendung: für Frischverzehr, Kompott und Kuchenbelag
Hinweis: wertvolle Süßweichsel, keine hohen Standortansprüche, Befruchtersorte notwendig!

Schattenmorelle (Weichselkirsche)

Reifezeit: ab 5. Kirschenwoche
Fleisch: rötlich-braun, weich, sehr saftig, gut steinlösend
Geschmack: säuerlich herb, kräftig
Verwendung: vollreif für Kompott und zum Einmachen
Hinweis: selbstfruchtbar, anfällig für Zweigmonilia (Spitzendürre)

Morellenfeuer (Weichselkirsche)

Reifezeit: 5.bis67. Kirschenwoche
Fleisch: mittelgroß, fest, tiefrot, kleiner Stein, schwarzrote Haut
Geschmack: aromatisch-sauer
Verwendung: für Frischverzehr und Naßkonserve
Hinweis: regelmäßiger und guter Ertrag, wenig moniliaanfällig, Selbstfruchtbar!

Karneol (Weichselkirsche)

Reifezeit: 6.bis 7. Kirschenwoche
Fleisch: mittelfest, dunkelrot, sehr saftig, gut steinlösend
Geschmack: aromatisch-sauer
Verwendung: für Frischverzehr und vielseitige Verarbeitung
Hinweis: empfehlenswerte Alternative zu Schattenmorelle, Befruchtersorte ist vorteilhaft, geeignet für
Spindelerziehung, geringe Moniliafälligkeit

Gerema (Weichselkirsche)

Reifezeit: 7.-8. Kirschenwoche
Fleisch: dunkelbraunrot, trocken und sehr fest
Geschmack: angenehm, süßsäuerlich
Verwendung: für alle Verwertungsarten, besonders für Konserve
Hinweis: empfehlenswerte, robuste Spätsorte, selbstfruchtbar

Allgemeine Hinweise

Baumform: Süßkirschen: Hoch-oder Halbstamm (starkwachsend)

Spindelerziehung: Süßkirschen: Buschbaum auf Unterlage "Gisela 5" (=schwachwachsend)

Pflanzabstand: Hochstamm: 10x10 m, Halbstamm: 8x8m, Busch: 5x5 m